05. 05. 2026

Tierschutz im Fokus: Tätigkeitsbericht 2025 – Rückblick, Erfolge und Herausforderungen in OÖ

Tierschutz in OÖ: Verantwortung beginnt bei der Anschaffung

Tiere gehören für viele Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher fest zum Alltag: In rund vier von zehn Haushalten leben Haustiere. Mit dieser Verbreitung wächst auch die Verantwortung, wie der Tätigkeitsbericht 2025 der Tierschutzombudsstelle OÖ deutlich macht. Die Anforderungen sind in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen, sowohl bei der Zahl der Fälle als auch bei deren Komplexität. Die Tierschutzombudsstelle vertritt die Interessen des Tierschutzes weisungsfrei und ist als Partei in Verwaltungsverfahren eingebunden. Geleitet wird sie seit 2018 von Dr.in Cornelia Rouha-Mülleder.

Tiere bereichern unser Leben in vielerlei Hinsicht. Umso wichtiger ist es, dass wir als Gesellschaft die Verantwortung ernst nehmen, die damit verbunden ist", betont Tierschutz-Landesrat Martin Winkler.

Zahlen, Hinweise und Verfahren

Im Jahr 2025 beantwortete die Ombudsstelle insgesamt 639 Anfragen – am häufigsten zum Tierschutzgesetz (142), zu allgemeinen Tierschutzthemen (135), zur Hundehaltung (104) sowie zu Zucht und Qualzucht (90). 38 Hinweise auf mögliche Missstände wurden an Behörden weitergeleitet, 167 zusätzlich direkt bei diesen eingebracht. Bei rund 67 Prozent der überprüften Hinweise wurden tatsächlich Mängel festgestellt.

Die Bedeutung des Vollzugs zeigt sich auch in der steigenden Anzahl von Verwaltungsstrafverfahren: In 707 neu eingeleitete Verwaltungsstrafverfahren war die Ombudsstelle eingebunden. Allein 224 Verfahren – etwa ein Drittel – betrafen Tierquälerei oder vergleichbare Verstöße. Stabil blieb die Zahl der Beschwerdeverfahren mit über 52 Fällen, von denen 32 im Jahr 2025 abgeschlossen wurden. Als schärfste tierschutzrechtliche Sanktion wurden 22 Tierhalteverbote ausgesprochen, acht weitere angedroht.

Der Bericht macht deutlich: Viele Probleme entstehen nicht aus bewusster Missachtung, sondern aus mangelndem Wissen, falschen Erwartungen oder Überforderung – und damit oft schon vor dem eigentlichen Problemfall. Genau hier setzt die Tierheimkampagne des Landes Oberösterreich „Tiere, die ins Leben passen" an. Sie soll die Entscheidung für ein Tier bewusster machen, Fehlanschaffungen vermeiden und zugleich die Tierheime entlasten, die täglich unverzichtbare Arbeit leisten.

Wir sehen klar: Tierschutz ist heute kein Randthema mehr. Aber genau deshalb müssen wir noch stärker darauf achten, dass aus Bewusstsein auch Verantwortung wird!

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